#12 – John Francis Campbell of Islay oder Ein Tag in der Central Library von Edinburg

John Francis Campbell (1821-1885) sammelte gälische Geschichten. Ungefähr so, wie es bei uns die Brüder Grimm taten. Außer dass Campbell die Geschichten Wort für Wort aufschrieb, so wie sie ihm erzählt wurden.

Er begann 1859 mit diesem Werk und er tat es nicht aus reiner Freude

... sondern weil selbst hier in Schottland das Erzählen von Geschichten am Aussterben war. John Francis Campell wollte retten, was noch in den Gedächtnissen der letzten Storyteller zu finden war. Darüber hinaus war es ihm wichtig, dass die gälischen Geschichten – wie auch die der Grimms, die er sehr verehrte – im Geschichtengedächtnis der Welt blieben.

 

„.. es ist wie mit dem Treibholz in den Highlands, denke ich. Genauso geht es den bekannten Geschichten überall. Sie sind so alt, wie die Völker, die sie erzählen. Doch die ursprüngliche Idee wird zerbrochen wie Bäume, aus denen Scheite, Masten und Schiffe hergestellt werden. Genauso werden auch sie zerkleinert, beschnitzt und verziert. Sie werden verloren und wiedergefunden – demoliert, zerstört, zerbrochen und wieder zusammengesetzt. Und wenngleich die ursprüngliche Form schwer zu finden ist, so werden doch die Fragmente wiedererkannt in Büchern und wo ach immer sie jetzt sein mögen."
John Francis Campbell of Islay

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